(10.05.2021)

Nach der Saison 2020/21

Beste Platzierung in der Saison 2020/21: Platz 8 in Adelboden

Die Fakten zur Saison 2020/21:

Weltmeisterschaft:
10. Platz im RTL, Quali-Aus als Neunter auf dem blauen Kurs im Parallelrennen.

Weltcup:
Gesamtweltcup: Platz 62 mit 130 Punkten
RTL-Weltcup: Platz 22 mit 119 Punkten
Parallel-Weltcup: Platz 20 mit 11 Punkten

Der Saisonstart verlief mit dem Ausfall von Sölden, Platz 20 beim Parallelrennen in Zürs, den Plätzen 26 und 17 in Santa Caterina und dem 22. Platz in Alta Badia nicht nach Rolis Geschmack. Dem Aufwärtstrend in Adelboden mit den Rängen 11 und 8 folgte das Quali-Aus um 0,03 Sekunden im Parallelbewerb bei der WM in Cortina. Im WM-RTL klassierte sich Roli auf dem 10. Platz.
Nach der WM folgte ein Ausfall und Platz 16 beim Doppel in Bansko sowie Rang 13 in Kranjska. IN Lenzerheide, beim Weltcup-Finale, fiel Roli leider wieder aus.
Zum Abschluss gab es noch Rang 5 bei der österreichischen RTL-Meisterschaft am Glungezer.

 

Interview nach der Saison mit Roli Leitinger:

Wie sieht du – mit etwas Abstand – die abgelaufene Saison?
Vor der Saison war dein Ziel in die Top-15 zu rutschen und um Topplatzierungen mitzufahren. Obwohl du zwischenzeitlich in den Top-15 gestartet bist und auch Top-Ten-Ergebnisse eingefahren hast, kannst du vermutlich nicht zufrieden sein oder?
Es war von der Punkteausbeute im RTL meine beste Saison im Weltcup bisher. Aber trotzdem habe ich alles in allem die Saisonziele nicht erreicht und kann daher nicht zufriedenstellend zurückblicken. Mit Platz 20 in der WCSL ist mir leider gegenüber dem letzten Jahr kein Fortschritt gelungen. Ich bin absolut bestrebt nach in meiner Karriere nach vorne zu kommen und meine goldenen Jahre noch zu haben. Die letzte Saison hat leider schlecht begonnen und auch nicht gut aufgehört. Aber gewisse Sachen waren auch ok. Die einzig guten Rennen waren eigentlich in Adelboden.

Seit der Saison 2020/21 ist Roli auf Salomon-Skiern unterwegs

Warum ist dir der Schritt nach vorne nicht gelungen?
Leider muss man den letzten Winter, rein nach den Ergebnissen, als Stillsand sehen. Als verlorenes Jahr sehe ich es trotzdem nicht. Nach dem Materialwechselt fehlte mir noch die Gewissheit, dass du es voll im Griff hast. Auch wenn es immer wieder sehr gut funktioniert hat, hab ich es leider nicht oft genug auf die Piste gebracht. Ich sehe den Materialwechsel aber generell als zwei Jahresprojekt, wo ich im letzten Jahr viel gelernt habe und auf keinen Fall schwarz male.
Vor Alta Badia hab ich gemerkt, dass es in die richtige Richtung geht und in Adelboden hat es dann gut geklappt. Leider konnte ich den Aufwärtstrend nicht fortsetzen und vor der WM war ich dann körperlich und mi dem Material nicht da wo ich sein wollte und es ging nicht leicht von der Hand.

Ist die klar woran du ansetzen musst, damit dir im kommenden Winter der nächste Schritt gelingt?
Über die ganze Saison hab ich nie das richtige Feeling aufgebaut und war viel auf der Suche. Das hat aber nicht nur mit dem Feintuning beim Material zu tun sondern auch immer wieder mit mir selbst. Das ist dann natürlich ein bisschen ernüchternd. Aber ich weiß wo ich hin will und muss.

Trotz vielen Trainings klappte der "nächste Schritt" in der Saison 2020/21 nicht

Auch die Parallelrennen haben nicht so gut funktioniert wie letztes Jahr? Wie stehst du generell dazu?
In Lech hab ich es leider nicht auf die Rehe gebracht. Bei der WM war neben einen nicht guten Lauf auch der Ausfall von Favrot, der in meine Richtung gerutscht ist, nicht förderlich. Trotzdem bin ich nur um 0,03 Sekunden ausgeschieden. Bei der WM war bereits die Quali sehr komisch. Das Rennen selber war dann mit den unterschiedlichen Läufen auch eine Farce und zurecht in der Kritik. Schade, weil ich glaub schon, dass dieses Format grundsätzlich gut funktionieren kann. In Alta Badia und Lech sind die Rennen einwandfrei verlaufen. Es wurde schon viel darüber debattiert. Aber das wichtigste ist ein passender Hang und eine gescheite Piste. Auch Wellen/kleine Sprünge sind – wenn sie händelbar sind – meiner Meinung nach positiv. Ich hoffe man lernt aus den Fehler und findet einen guten Mittelweg. Grundsätzlich haben die Rennen auch eine Berechtigung im Weltcup

Dein Trainings- und Zimmerkollege Stefan Brennsteiner hatte geniale Rennen am Saisonende mit unter anderem zwei Podiumsrängen. Wie freust du dich für ihm und was bedeutet das für dich?
Das war natürlich eine mega Sache und ein richtig positives Zeichen. Er hat uns gezeigt, was passieren kann wenn man seine Sachen beieinander hat und seine Leistung bringt. Auch wenn sein Saisonstart nicht nach Wunsch verläuft, hat er viele Punkte gesammelt. Richtig cool, wie er das gemacht hat. Natürlich ist es auch für uns ein guter Anhaltspunkt und man sieht was möglich ist, wenn man immer an sich glaubt und dran bleibt. Auch für die Trainings auf die kommende Saison ist das für uns im Team sicherlich sehr positiv.

In den letzten Jahren gab es immer wieder Änderungen bei dir. Zum Beispiel zwei Trainerwechseln hintereinander und letztes Jahr der Materialwechsel. Was ändert sich heuer?
Es schaut aktuell so aus, wie wenn alles gleich bleibt, was mich freut. Auch wenn manchmal ein neuner Input positiv sein kann, finde ich Kontinuität sehr wichtig. Zum Beispiel bei der Trainingssteuerung ist es leichter für den Trainer wenn er einen kennt, aber auch umgekehrt. Aber auch generell macht es vieles einfacher.


Im letzen Winter war die WM in Cortina der Saisonhöhepunkt.
Im Winter 2021/22 folgen die olympischen Spiele in Peking.

Wie sieht der Plan für die kommende Saison aus? Sind weitere Disziplinen auch ein Thema?
Den Super-G würde ich prinzipiell gerne dazunehmen. Aber das ist leider nicht so leicht vereinbar und es muss vieles passen. Man müsste erstmal mit den FIS-Punkten und somit mit der Startnummer nach unten kommen. Auch unser Super-G-Team ist stark und die Startplätze sind nicht so leicht zu ergattern. Und dann muss es auch beim neben den RTL-Training und Rennen rein passen. Wenn sich etwas auftut, werde ich die Chance sicherlich nutzen. Aber mal schauen ob es machbar ist. Der Fokus liegt aber trotzdem sicherlich auch den Riesentorlauf.

Was machst du aktuell? Wie sieht der Plan bis Sölden aus?
Bis Ende Juni hab ich noch einem Kurs beim Zoll, welcher doch einiges an in Anspruch nimmt. Aber ich schau natürlich, dass auch das Training nicht zur kurz kommt. Gleichzeitig gilt es zu schauen, wo ich mich verbessern kann. Im Mai sind noch Skitage geplant und danach wird wieder viel Kondition und Kraft auf dem Programm stehen. Im August werden wir dann die Vorbereitung auf Schnee wieder aufnehmen. Mein voller Fokus liegt auf der kommenden Saison.

 

News Roli