(18.01.2021)

Top-Ten-Platz in Adelboden

Nach den zwei Riesentorläufen in Adelboden Anfang Jänner ist die halbe RTL-Saison bereits vorbei. Nach dem holprigen Saisonstart mit dem Ausfall in Sölden und den Plätzen 20 (Parallel Zürs), 26 und 17 (beide in Santa Caterina) konnte Roli nicht zufrieden sein. Danach gab es in Alta Badia eine erste Verbesserung, zumindest vom Speed auf den Skiern. Mit Platz 9 nach dem ersten Durchgang sah das ganze deutlich besser aus. Vor allem die letzte Zwischenzeit im ersten Durchgang mit Zwischenrang 4 war sehr sehr positiv. Ein Fehler über die Welle kostet dann noch 5 Ränge. Noch weiter zurück ging es leider im zweiten Durchgang. Zwei große Schnitzer (Innenski oben und Einfahrt Zielhang) verhinderten ein Top-Ergebnis. Schlussendlich wurde es der 22. Endrang. Aber man hat gesehen: Der Speed in Rolis Schwung ist zurück. In Adelboden Anfang Jänner folgte dann die Besätitgung mit den Rängen 11 und 8.

 

Zwischenfazit zur Saison 2020/21


Seit Alta Badia ist der Speed beim Skifahren wieder besser

Roli „Grundsätzlich war es vor allem am Anfang zu wenig, aber seit Alta Badia (auch wenn es dort noch nicht klappte) funktioniert alles leichter und es geht wieder dahin. Punkte technisch ist es bis jetzt sicher zu wenig gewesen, aber abgerechnet wird zum Schluss.
Alta Badia hat mir wieder die letzte Zuversicht geimpft, dass ich mit normaler Leistung absolut um Top-Plätze mitfahren kann. Jetzt in Adelboden wars vom Ergebnis her absolut das dabei, was ich leisten kann und dass war cool. Das Vertrauen wächst und wächst gerade. Das ist gut so.“

 

In Adelboden zurück in die Weltspitze

Nach einem Jahr Pause zurück in den Top-Ten: 8. Platz beim zweiten RTL in Adelboden


Beim ersten RTL im Rahmen der "Adelbodener Skitage" am Freitag schaffte Roli fast dasselbe Kunstück wie im letzten Winter: Es klettere mit zweitbester Laufzeit im Finaldurchgang von Rang 28 auf 11 (letztes Jahr 27 auf 4 mit Laufbestzeit). Nur der an diesem Wochenende überragende Doppelsieger Alexis Pinturault (FRA) schnappte ihm um 0,03 die Laufbestzeit weg.

Noch ein bisschen besser lief es beim zweiten RTL am Chuenisbärgli im Berner Oberland am Samstag: Platz 7 nach Durchgang eins mit einer soliden und guten Fahrt. Im zweiten Durchgang, wo in Adelboden traditionell von Läufer zu Läufer mehr Schatten auf dem Rennhang kommt, ging es einen Rang zurück. Bei einer „Fahrt nahe am Limit“ schlichen sich leider ein paar kleine Fehler ein. Trotzdem reichte es zum hervorragenden 8. Rang. Im Weltcup sein drittbeste RTL-Ergebnis: Nur bei den beiden sechsten Plätzen in Sölden (2015) und letztes Jahr in Adelboden war Roli besser klassiert. Aufs Podium fehlten nur noch 0,6 Sekunden.

Was auffällt – speziell im extrem steilen und selektiven Zielhang schafft Roli tolle Zeiten. Letztes Jahr brachte ihm ein toller Zielhang erst den Sprung in den zweiten Durchgang um im zweiten Lauf dann – speziell eben dort – viel Zeit auf seine Mitkonkurrenten gut zu machen. Und auch heuer war er im Zielhang fast immer bei den aller schnellsten dabei.
Gibt es dafür eine Geheimnis? Auch weil es in den ersten Jahren nicht so richtig geklappt hat?
Roli: Ich habe auf jeden Fall die Probleme der Vorjahre ausgemerzt und vor allem im Zielhang habe ich mir die letzten Rennen in Adelboden versüßt. Speziellen Grund oder ein Geheimnis gibt es dafür aber nicht."

 

Die Formkurve stimmt

Woher kommt die Leistungssteigerung in den letzten Rennen?
Roli: „Der Saisonstart war natürlich alles andere als optimal. Ich habe grundlegende Sachen (Material und Technik) nicht ganz zusammenfügen können. Seit der Vorbereitung für Alta Badia, merkte ich es geht jetzt vor allem mit eher einfachen Änderungen am Material um einiges leichter bzw. neutraler zum Schifahren. Die letzten 2 Monate hatten wir so gut wie keinen schlechten Trainingstag (Danke vor allem ans ganze Team im ÖSV). Dass macht sich jetzt endlich bezahlt.“


Seit der Saison 2020/21 ist Roli auf Salomon-Material unterwegs

Seit dieser Saison ist Roli zum ersten Mal seit seiner Kinderheit auf einem anderen Ski als Fischer unterwegs. Wie groß ist der Unterschied und wie zufrieden ist er mit dem neuen Salomon-Material?
„Grundsätzlich sind die beiden Schimarken sicher sehr konträr. Aber Schifahren bleibt Schifahren. Ich hatte durch den Markenwechsel natürlich sehr viel zu probieren, um auf meine “Basis“ zu kommen. Mittlerweile habe ich habe sie gefunden und probiere darauf natürlich aufzubauen um noch weiterzukommen. Es war ein guter Zeitpunkt, den Schritt zu wagen. Ich war damit von Anfang happy.“

 

Nach Adelboden ist vor der WM

Der diesjährige Rennkalender sieht vor, dass Adelboden der letzte Riesentorlauf vor der WM ist. Am 19. Februar 2021 geht es in Cortina d’Ampezzo (ITA) um Gold, Silber und Bronze im Riesentorlauf. Den Sprung auf den WM-Zug (Nominierung vom ÖSV noch ausständig) dürfte Roli geschafft haben.

Ein erster Blick voraus auf die WM in gut einem Monat

"Ich habe mittlerweile das Gefühl, dass ich den Speed auf die Schier bekomm und um Topplatzierungen kämpfen kann. Das stimmt mich sehr positiv. Die Zeit jetzt hießt es gut zu nützen um genau dort besser zu werden wo es noch ein weniger hapert. Dann trau ich mir dort sehr viel zu. Ich hab es schon einmal gesehen, dass wenn die Tagesleistung perfekt stimmt etwas möglich sein kann. Neben dem RTL möchte ich auch das Parallelrennen (16. Februar 2021) bei der WM fahren."

Durch die schrecklichen Verletzungen von Thommy Ford (USA) sowie Aleksander Aamodt Kilde und Lucas Braathen (beide NOR) schlüpft Roli in die Top-15 der WCSL und wird beim WM-RTL mit einer Nummer zwischen 8 und 15 starten.
Natürlich tun uns die Verletzungen sehr leid und wir hätten lieber, dass Roli mit einer Nummer knapp hinter 15 startet und die drei wären in Cortina dabei. Aber die schweren Verletzungen gehören leider - so scheint es - einfach dazu zum Skisport. Roli kann ja selbst ein Lied davon singen. Auf diesem Wege alles Gute an die drei bzw. alle verletzen Skifahrer.


Bei der WM wird Roli zum ersten Mal seit Adelboden 2018 mit einer Nummer zwischen 8-15, also in der zweiten Gruppe, am Start sein.

Auch die WM in Cortina wird – wie seit ein paar Tagen fixiert – ohne Zuschauer gefahren. Wie groß ist der Unterschied für Euch Läufer?
„Es ist die Stimmung rundherum natürlich sehr komisch. Direkt beim Rennen ist es gar nicht so wild. Die Anspannung ist die gleiche wie immer. Und unterm Fahren bekommt man es eh nicht mit. Die Ruhe ist auch ein kleines Stück positiv. Aber zum Beispiel in Adelboden auf die berühmte „Wand im Ziel“ zu verzichten war natürlich hart. In solchen Situationen vermisst man die Zuschauer schon kräftig."

 

Ein kleiner Blick nach vorne

 Nach zwei Mal Bansko folgt der RTL in Kranjska Gora - hoffentlch mit Grund zum Jubeln.

Nach der WM folgen noch die beiden Riesentorläufe in Bansko (27.2/28. Februar) sowie das Rennen in Kranjska Gora (13. März) und das WC-Finale in Lenzerheide (20. März).

Die Ziele für die restlichen Weltcup-Rennen:
„Das Ziel ist weiterhin Topplatzierungen einzufahren, um auch in der Startliste weiter nach vorne zu kommen um fix in den Top-15 starten zu dürfen . Aber grundsätzlich heißt die Devise „locker bleiben“ und an den Renntagen ans Maximum zu kommen, dann wird auch das Ergebnis passen."

Kleine Einschätzung zur restlichen Saison im Bezug auf die aktuelle Corona-Situation:
„Ich hoffe schon, dass alles ganz gut funktionieren wird. Es waren auch jetzt schwierige Zeiten für die Veranstalter und sie haben es gemeinsam mit der FIS mit wirklich guten Konzepten geschafft, dass die Rennen stattfinden. Das ist cool und deshalb glaube ich fest an eine ganz “normale“ restliche Saison."

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